Budget und Preise
Was ein Smart Home im Jahr kostet: Bereitschaftsbetrieb, Abos und Messentgelt
Dauerverbrauch, Abonnements und das Entgelt für den Messstellenbetrieb zusammengerechnet — und was die Heizungssteuerung dagegen tatsächlich einspart.

Smart-Home-Technik wird mit Einsparung beworben und über drei Posten bezahlt, die in keiner Produktbeschreibung stehen: dem Dauerverbrauch im Bereitschaftsbetrieb, den Abonnements und dem Entgelt für den Messstellenbetrieb, wenn ein intelligentes Messsystem eingebaut wird.
Dieser Ratgeber rechnet alle drei Posten offen vor und stellt die Einsparung daneben. Als Strompreis verwenden wir den Durchschnitt, den das Statistische Bundesamt für private Haushalte im 1. Halbjahr 2026 ausweist: 37,97 Cent je Kilowattstunde. Gerätepreise und Abopreise sind als Beispiele gekennzeichnet.
Der Bereitschaftsbetrieb läuft 8.760 Stunden im Jahr
Jedes vernetzte Gerät ist auch dann wach, wenn es nichts tut — sonst könnte es nicht auf einen Befehl warten. Eine Bridge mit 2 Watt zieht im Jahr 17,5 kWh und kostet damit 6,65 €. Das klingt klein und ist es auch; entscheidend ist die Summe über alle Geräte.
Acht smarte Lampen, die im ausgeschalteten Zustand je 0,4 Watt für die Funkverbindung benötigen, kommen zusammen auf 3,2 Watt, also 28,0 kWh und 10,64 € im Jahr. Sechs schaltbare Zwischenstecker mit je 0,5 Watt ergeben 3,0 Watt, 26,3 kWh und 9,98 €.
In Summe sind das 8,2 Watt rund um die Uhr, 71,8 kWh im Jahr und 27,27 €. Das ist die Zahl, die in der Werbung fehlt — und sie steigt linear mit jedem weiteren Gerät. Wer die Lampen nicht smart macht, sondern den Schalter, ersetzt acht Dauerverbraucher durch einen.

| Geräte | Dauerleistung zusammen | kWh im Jahr | Kosten im Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 Bridge mit 2 W | 2,0 W | 17,5 kWh | 6,65 € |
| 8 Lampen mit je 0,4 W | 3,2 W | 28,0 kWh | 10,64 € |
| 6 Zwischenstecker mit je 0,5 W | 3,0 W | 26,3 kWh | 9,98 € |
| Summe | 8,2 W | 71,8 kWh | 27,27 € |
Jede Zeile ist Leistung mal 8.760 Stunden, umgerechnet in Kilowattstunden und mit dem Arbeitspreis multipliziert; die Kilowattstunden sind auf eine Stelle gerundet, die Eurobeträge aus dem ungerundeten Wert gebildet. Die Leistungsaufnahme im Bereitschaftsbetrieb steht im Datenblatt, nicht auf der Verpackung.
Abonnements sind der größte Einzelposten
Kameras, Türklingeln und Alarmfunktionen werden häufig mit einem Abonnement für die Aufzeichnung verkauft. Ein Abo für 3,99 € im Monat sind 47,88 € im Jahr und 239,40 € über 5 Jahre. Das ist in vielen Fällen mehr, als das Gerät gekostet hat — und der Betrag fällt unabhängig davon an, ob jemals eine Aufnahme abgerufen wird.
Die Alternative ist lokale Aufzeichnung auf eine Speicherkarte oder einen Netzwerkspeicher. Eine Karte für 15 € ersetzt in dieser Rechnung rund 4 Monate Abo. Entscheidend ist, dass das Gerät lokale Aufzeichnung überhaupt vorsieht — viele tun es nicht, und das steht im Handbuch, nicht in der Produktbeschreibung.
Rechnen Sie Abonnements grundsätzlich über die geplante Nutzungsdauer, bevor Sie Geräte vergleichen. Eine Kamera für 150 € ohne Abo und eine für 89 € mit Pflichtabo unterscheiden sich im ersten Jahr um 1,12 € zugunsten der günstigeren und nach 5 Jahren um 178,40 € zugunsten der teureren.
| Variante | Gerät | Abo im Jahr | Nach 1 Jahr | Nach 5 Jahren |
|---|---|---|---|---|
| Kamera mit lokaler Aufzeichnung | 150 € | 0,00 € | 150,00 € | 150,00 € |
| Kamera mit Abo für 3,99 € im Monat | 89 € | 47,88 € | 136,88 € | 328,40 € |
| Differenz | — | — | 13,12 € günstiger | 178,40 € teurer |
Die Differenz nach 5 Jahren ist 328,40 € minus 150,00 €. Ersetzen Sie Abopreis und Nutzungsdauer durch Ihre eigenen Werte; der Vorzeichenwechsel tritt in dieser Rechnung nach gut 1 Jahr ein.
Das Entgelt für den Messstellenbetrieb hat Obergrenzen
Haushalte mit einem Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden im Jahr erhalten ein intelligentes Messsystem. Das Messstellenbetriebsgesetz deckelt, was Endkundinnen und Endkunden dafür zahlen: In der Stufe über 6.000 bis 10.000 Kilowattstunden sind es höchstens 40 € im Jahr, in der Stufe über 10.000 bis 20.000 Kilowattstunden höchstens 50 €.
Wer unterhalb dieser Schwelle freiwillig ein intelligentes Messsystem möchte, zahlt dafür höchstens 30 € im Jahr. Für den vorzeitigen Einbau auf eigenen Wunsch darf einmalig bis zu 100 € berechnet werden. Eine moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsmodul ist auf höchstens 25 € brutto im Jahr begrenzt.
Für die Jahresrechnung zählt die Differenz, nicht der volle Betrag: Wer ohnehin 25 € für die moderne Messeinrichtung zahlt und auf das intelligente Messsystem mit 40 € wechselt, trägt 15 € zusätzlich im Jahr. Beim freiwilligen Einbau mit 30 € sind es 5 € zusätzlich.

| Fall | Obergrenze je Jahr | Mehrkosten gegenüber 25 € |
|---|---|---|
| Moderne Messeinrichtung ohne Kommunikation | 25 € | — |
| Intelligentes Messsystem, freiwillig | 30 € | 5 € |
| Pflichteinbau, über 6.000 bis 10.000 kWh | 40 € | 15 € |
| Pflichteinbau, über 10.000 bis 20.000 kWh | 50 € | 25 € |
Dazu kommt einmalig höchstens 100 € für einen vorzeitigen Einbau auf eigenen Wunsch. Die Beträge sind Obergrenzen, kein Preis — der tatsächliche Betrag steht auf Ihrer Stromrechnung.
Was die Heizungssteuerung dagegen einspart
Die Verbraucherzentrale beziffert die Einsparung durch automatische Absenkung der Raumtemperatur bei Abwesenheit mit anschließendem rechtzeitigem Aufheizen auf zwei bis acht Prozent der Heizkosten. Bei einer Heizkostenrechnung von 1.200 € im Jahr sind das 24,00 € am unteren und 96,00 € am oberen Ende.
Ein Satz aus sechs Thermostatköpfen und einer Bridge für 300 € amortisiert sich damit nach 12,5 Jahren, wenn nur 2 Prozent herauskommen, und nach 3,1 Jahren bei 8 Prozent. Welches Ende erreicht wird, entscheidet die Nutzung: In einem Haushalt, der ohnehin 10 Stunden am Tag leer steht und bisher durchgeheizt hat, liegt die Einsparung oben; in einem Haushalt mit Homeoffice und manuell abgesenkten Thermostaten liegt sie unten.
Stellt man beide Seiten nebeneinander, ergibt sich für unser Beispiel: 27,27 € Dauerverbrauch plus 47,88 € Abo plus 15,00 € Messentgelt sind 90,15 € im Jahr. Bei 24,00 € Heizersparnis bleibt ein Minus von 66,15 €, bei 96,00 € ein Plus von 5,85 €. Die Rechnung geht also nur am oberen Ende der Einsparung auf — und sie geht deutlich besser auf, wenn das Abo entfällt.
| Posten | Betrag je Jahr |
|---|---|
| Dauerverbrauch Bridge, Lampen, Zwischenstecker | 27,27 € |
| Abonnement für Kameraaufzeichnung | 47,88 € |
| Mehrkosten intelligentes Messsystem | 15,00 € |
| Summe der Kosten | 90,15 € |
| Heizersparnis bei 2 Prozent von 1.200 € | 24,00 € |
| Heizersparnis bei 8 Prozent von 1.200 € | 96,00 € |
Ohne das Abonnement sinken die Kosten auf 42,27 € im Jahr, und schon die untere Heizersparnis von 24,00 € deckt mehr als die Hälfte davon.

Die drei Stellschrauben mit der größten Wirkung
Aus der Gegenüberstellung folgt eine klare Rangfolge. Die größte Einzelposition ist das Abonnement, nicht der Strom; wer lokal aufzeichnet, streicht 47,88 € im Jahr. An zweiter Stelle steht die Zahl der Dauerverbraucher: Ein smarter Wandschalter statt acht smarter Lampen ersetzt 10,64 € durch rund 1,33 €.
An dritter Stelle steht die Heizung, weil sie als einzige Position Geld zurückbringt. Sie wirkt aber nur, wenn Abwesenheitszeiten tatsächlich hinterlegt sind — eine Automatik, die nie ausgelöst wird, spart 0,00 €.
Der Energierechner auf dieser Website nimmt Ihre eigene Gerätezahl, Ihren Arbeitspreis und Ihre Heizkosten entgegen, sodass Sie die Rangfolge für Ihren Haushalt nachrechnen können.
Vor dem Kauf
- Alle geplanten Dauerverbraucher auflisten und ihre Bereitschaftsleistung aus dem Datenblatt notieren
- Dauerleistung mit 8.760 Stunden multiplizieren und mit dem eigenen Arbeitspreis bewerten
- Jedes Abonnement auf 5 Jahre hochrechnen, bevor zwei Geräte verglichen werden
- Im Handbuch prüfen, ob lokale Aufzeichnung möglich ist und welche Funktionen dann fehlen
- Den Jahresverbrauch der eigenen Stromrechnung mit der Schwelle von 6.000 Kilowattstunden vergleichen
- Das Messstellenentgelt auf der Rechnung mit den gesetzlichen Obergrenzen abgleichen
- Heizkosten des Vorjahres heraussuchen und mit 2 Prozent und 8 Prozent durchrechnen
- Abwesenheitszeiten tatsächlich hinterlegen, sonst entsteht keine Einsparung
Häufige Fragen
- Verbrauchen smarte Lampen im ausgeschalteten Zustand wirklich Strom?
- Ja, denn sie müssen erreichbar bleiben, um auf einen Einschaltbefehl zu reagieren. In unserer Beispielrechnung sind es 0,4 Watt je Lampe; acht Lampen kommen damit auf 28,0 kWh und 10,64 € im Jahr. Wer stattdessen einen smarten Wandschalter einsetzt, hat nur einen Dauerverbraucher statt acht.
- Ab wann bekomme ich ein intelligentes Messsystem?
- Ab einem Jahresverbrauch über 6.000 Kilowattstunden ist der Einbau vorgesehen. Darunter ist er freiwillig und auf höchstens 30 € im Jahr begrenzt. Für einen vorzeitigen Einbau auf eigenen Wunsch darf einmalig bis zu 100 € berechnet werden. Die Obergrenze für die moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsmodul liegt bei 25 € brutto im Jahr.
- Rechnet sich eine smarte Heizungssteuerung?
- Bei 1.200 € Heizkosten im Jahr und einer Einsparung zwischen zwei und acht Prozent sind es 24,00 € bis 96,00 €. Ein Satz für 300 € ist damit nach 12,5 Jahren oder nach 3,1 Jahren bezahlt. Entscheidend ist, ob regelmäßige Abwesenheiten hinterlegt sind: Ohne Absenkzeiten gibt es keine Einsparung, nur zusätzliche Dauerverbraucher.
- Wie finde ich den Dauerverbrauch eines Geräts heraus?
- Im Datenblatt unter Stichworten wie Bereitschaftsbetrieb oder Standby, selten auf der Verpackung. Alternativ messen Sie ihn mit einem Energiekostenmessgerät an der Steckdose: Lassen Sie das Gerät 24 Stunden im Ruhezustand und lesen Sie den Zählerstand ab. Multipliziert mit 365 ergibt das den Jahreswert für Ihre eigene Rechnung.
- Ist lokale Aufzeichnung ein vollwertiger Ersatz für das Abo?
- Für die Aufbewahrung ja, für die Auswertung oft nicht: Personenerkennung und Benachrichtigungen laufen bei vielen Geräten nur mit Abo. Prüfen Sie vor dem Kauf im Handbuch, welche Funktionen ohne Abonnement bleiben. In unserer Rechnung geht es um 239,40 € über 5 Jahre — ein Betrag, für den sich das Nachlesen lohnt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt — Durchschnittspreise für Erdgas und Strom, Haushalte 1. Halbjahr 2026: 37,97 Cent je Kilowattstunde — geprüft am 2026-11-03
- § 30 MsbG — Preisobergrenzen für den Messstellenbetrieb intelligenter Messsysteme, gesetze-im-internet.de — geprüft am 2026-11-03
- Verbraucherzentrale — Smart Meter: Pflicht ab 6.000 Kilowattstunden, Obergrenzen 25 €, 30 €, 40 € und 50 € im Jahr sowie 100 € einmalig — geprüft am 2026-11-03
- Verbraucherzentrale — Smart Home: zwei bis acht Prozent Heizkostenersparnis durch Absenkung bei Abwesenheit — geprüft am 2026-11-03
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